Laudatio des Bürgermeisters Dirk Flörke

„Ohne Musik wäre das Leben ein Irrtum.“ –

Diese sehr tiefsinnigen Worte stammen von Friedrich Nietzsche.

Ich vermag nicht einzuschätzen, ob das Leben in Parchim wie auch im Landkreis Ludwigslust-Parchim und darüber hinaus ein Irrtum wäre, wenn es den Händelchor und das collegium musicum aus Parchim nicht geben würde, aber ich weiß mit ganz großer Bestimmtheit, dass unser aller Sein ohne diese beiden ein großes Stückweit ärmer wäre.

Sowohl der Händelchor als auch das collegium musicum sind aus der heutigen Zeit nicht wegzudenken. Dabei ist die heutige Zeit ein dehnbarer Begriff. Denn eigentlich sind es dann schon bei genauerer Betrachtung 68 und 23 Jahre, die uns beide mit ihrer Arbeit und ihren vielen Auftritten erfreuen. Aber sicher liegt auch darin der Reiz, dass sich zum 45. Geburtstag des einen in gewisser Art und Weise Nachwuchs eingestellt hat.

1948 ist die Geburtsstunde des Chores, damals noch unter dem Namen „Chor der Parchimer Musikfreunde“. 47 Jahre lang leitete mit großem Erfolg die Musikpädagogin Ilse Bierstädt diesen stimmgewaltigen Chor mit großem Eifer und Können. Unter dieser Chorleiterin wuchs ein Chor heran, den es in Parchim noch nicht gab. Das Repertoire reicht von Volksliedern bis hin zu chorsinfonischen Werken. Seit der Händel-Ehrung im Jahr 1959, als zum ersten Mal die Friedenssynode, gesungen vom Händelchor, erklang, gibt es diesen Chor dann auch unter seinem heutigen Namen und er blieb Programm bis in die heutige Zeit. Er hat mit seiner Arbeit ganz wesentlich das Musikleben in Parchim geprägt. Dies alles erfuhr 1993 noch eine Steigerung, von dem damals sicher kaum einer erwartete, was wir heute feststellen können. Denn mit der Gründung des collegium musicums unter der damaligen Leitung von Volker Schubert als einem Orchester, wo sich Musikschullehrer, Musikschüler, Musikliebhaber trafen und sich den Orchesterwerken der Vergangenheit und auch der Gegenwart zuwandten, entstand quasi das kongeniale Gegenstück zum Händelchor. Denn obwohl beide für sich bestehen, auftreten, Konzerte geben, sind doch vielfach die gemeinsamen Konzerte, die Händelchor und collegium musicum geben, ein musikalischer Hochgenuss.

Seit 1995 liegt die Leitung – sowohl von Chor als auch Orchester – bei Wolfgang Friedrich und dies war ein Glücksfall für beide Klangkörper. Seither gehören chorsinfonische Werke zum festen Repertoire. Wo sonst gibt es das noch in Mecklenburg-Vorpommern, dass sich Chorlaien und Nichtberufsmusiker gemeinsam finden, zusammenarbeiten und das große Publikum gemeinsam begeistern. Es erschlossen sich neue musikalische Wege und ein noch breiteres Publikum.

Ich könnte Ihnen jetzt sicherlich etwas zum Repertoire sagen, aber dieses ist so reichhaltig, vielfältig und eigentlich jedes Jahr immer wieder neu. Und ich glaube, genau das ist das Wunderbare am Händelchor und collegium musicum.

In den Konzerten kann man größerer Werke - wirklich aller Epochen – erleben und das nicht nur in Parchim, sondern auch an vielen anderen Orten. Händelchor und collegium musicum sind künstlerisch bestimmende Institutionen – und das weit über unsere Heimatstadt hinaus. Davon zeugen Konzerte und Konzertreisen im In- und Ausland. Wer einmal ein Konzert von Händelchor und collegium musicum erlebt hat, der versteht, wenn ich sage, es gelingt ihnen immer wieder, dem Publikum Musikerlebnisse nahezubringen und sie auch an die klassische Musik heranzuführen. Beide Klangkörper haben in ihrem künstlerischen Schaffen sehr viele Erfolge erzielen können. Davon zeugen Rundfunk- und Fernsehaufzeichnungen des Händelchors, die Teilnahme an nationalen und internationalen Chortreffen, Konzertveranstaltungen, die Gestaltung von Jubiläums- und Gedenkfeiern über Jahrzehnte hinaus - sind ein Beweis dafür.

Das collegium musicum ist aus dem Bundesverband Deutscher Liebhaberorchester nicht mehr wegzudenken und mit vielen anderen Klangkörpern künstlerisch verbunden.

Es erfüllt mich als Bürgermeister mit sehr viel Stolz, dass sowohl der Händelchor und das collegium musicum hier in der Kreisstadt zu Hause sind und mit ihrem Engagement und musikalischen Wirken das kulturelle Leben - sowohl in Parchim als auch im Landkreis - in höchstem Maße bereichern. Und ich denke, es gehört an dieser Stelle einfach dazu, sich bei all denen zu bedanken und ihnen Anerkennung zu zollen, die sich im Laufe der Jahre in diese Klangkörper eingebracht haben und die sie immer wieder neu geformt haben.

Ich habe meine Gedanken mit einem Zitat begonnen und möchte natürlich auch mit einem Zitat enden. Und ich glaube dieses trifft das Wirken des Händelchors als auch des collegium musicums. Und davon konnte man sich in der Vergangenheit und hoffentlich auch noch lange in der Zukunft überzeugen.

„Im Wesen der Musik liegt es, Freude zu bereiten“ – Aristoteles

Herzlichen Glückwunsch dem Händelchor und dem collegium musicum. Diesen Preis haben Sie wahrlich verdient.