Funktionsgebäude auf dem Jahnsportplatz übergeben

Bürgermeister Dirk Flörke:

"Der Jahnsportplatz wird durch die Stadt Parchim als einzige Außensportanlage sowohl für die Absicherung des Schulsportes als auch des Vereins- und Freizeitsportes unterhalten und erfreut sich, wie es die Auslastungszahlen bestätigen, großer Beliebtheit.

Nachdem im Jahr 2012 bereits zum zweiten Mal umfangreiche Sanierungsmaßnahmen der Außensportanlage des Jahnsportplatzes mit der Erneuerung des Kunstrasenplatzes und der Laufbahn mit Multifunktionsflächen erfolgten und eine deutliche Qualitäts­verbesserung für die Sportlerinnen und Sportler brachte, sah es die Stadt Parchim ebenso als Aufgabe, nunmehr auch die Bedingungen im Funktionsgebäude zu verbessern.

Dem Anspruch der Bereitstellung einer modernen und funktionalen Sportanlage konnte der aus den 60er Jahren stammende massive Flachbau schon lange nicht mehr gerecht werden. Mit seinen ca. 300 m² Nutzfläche war das Gebäude ausschließlich für den Sommerbetrieb ausgelegt, beinhaltete nur 3 Umkleideräume und separat liegende Wasch- bzw. Duschräume sowie wiederum separate, über den mittig liegenden Flur erreichbare, WC-Anlagen.

Der heutigen Übergabe ging ein langer, nicht immer leichter, Weg voraus. Nach Entwicklung verschiedener Lösungsansätze war sehr schnell klar, dass die Aufgabenstellung hinsichtlich der Anforderungen an ein modernes Funktionsgebäude nicht in der vorhandenen räumlichen Hülle realisiert werden kann. Zunächst wurde deshalb eine komplexe Sanierung mit Erweiterung des Bestandsgebäudes favorisiert. Es stellte sich jedoch heraus, dass ein Neubau wirtschaftlicher sein würde. Auch eine zweigeschossige Bauweise und ein Modulbaukörper wurden als Varianten auf den Prüfstand gestellt. Zahlreiche Entwürfe wurden in der Planungs­phase in der Verwaltung und mit den Nutzern diskutiert. Der hier nun baulich umgesetzte Entwurf fand allseitige Zustimmung in der Verwaltung, bei den Vereinen, den Sportlehrern der Schulen und in den Fachaus­schüssen.

Nachdem die Kröpelin & Spegel GmbH im September 2013 den Auftrag für die Hochbauplanung und Bauleitung erhalten hatte, begannen 2014 auch die Fach-Planungsbüros, die Großmann & Wolff GmbH und das Ingenieurbüro Bruhn aus Parchim und die Deutsche Planungs- und Ingenieurgesellschaft Schwerin mit ihrer Arbeit. Am 10.03.2015 wurde der Bauantrag beim Landkreis Ludwigslust-Parchim eingereicht. Die Baugenehmigung wurde am 06.07.2015 erteilt.

Parallel zum Genehmigungsverfahren liefen die Bemühungen um Fördermittel. Die grundsätzliche Förder­fähigkeit wurde seitens des Ministeriums für Inneres und Sport Mecklenburg-Vorpommern mit Schreiben vom 10.04.2013 bestätigt. In der Folgezeit wurde der Förderantrag modifiziert. Die baufachliche Prüfung wurde mit Prüf­ver­merk vom 13.10.2015 abgeschlossen, so dass der vollständige Antrag auf Förderung mit gleichem Datum beim Ministerium eingereicht werden konnte. Nach zähem Ringen um die Genehmigung des förderunschädlichen vorzei­tigen Maßnahmebeginns erhielten wir am 29.12.2015 die Zustimmung.

Mit der Ausschreibung der Bauleistungen wurde unmittelbar danach begonnen. Sie erfolgte öffentlich und gewerke­weise in 18 Losen. Wir freuen uns darüber, dass trotz öffentlicher Ausschreibung die Aufträge überwiegend an Unternehmen mit Sitz in der Umgebung von Parchim bzw. in den neuen Bundesländern vergeben werden konnten.

Mitte März 2016 wurde mit dem Abbruch des Bestandsgebäudes begonnen. Am 18. April war Baubeginn für den Neubau. Mit den Rohbauarbeiten war das Bauunternehmen Josl GmbH aus Spornitz betraut.

Die feierliche Grundsteinlegung fand am 23.05.2016 statt. Zu diesem Anlass überbrachte der Minister für Inneres und Sport Mecklenburg-Vorpommern, Herr Lorenz Caffier einen Fördermittelbescheid über eine Sonderbedarfs­zuweisung in Höhe von 290,1 T€.

Der Bauablauf verlief weitestgehend planmäßig, nicht zuletzt dank der umsichtigen Bauleitung.

Die freizeitsportbegeisterten Parchimer Kids, Frauen & Männer haben während der Bauphase viel Geduld bewiesen und sich mit den eingeschränkten Bedingungen arrangieren müssen.

Wenn sich nun gleich die Türen öffnen, wird sich ein moderner Funktionsbau präsentieren, der den heutigen Anforderungen des Schul- und des Vereinssportes gerecht wird. Er beinhaltet 5 Umkleideeinheiten mit dazugehörigen Wasch- und Duschräumen, zwei Einheiten für Lehrer bzw. Trainer, Lager- und Abstellflächen für Sportgeräte, einen Vereinsraum, der mit einer großzügigen Terrasse mit Ausrichtung auf die Sportflächen abgerundet wird.

Dem Platzwart steht ein Büro im Eingangsbereich zur Verfügung, das ihm ermöglicht, fast den gesamten Sportplatz zu überblicken. Ein Verkaufsraum mit angrenzendem Lager befindet sich auf der gegenüberliegenden Seite im Eingangsbereich. Somit kann auch die Versorgung der Sportler und Gäste bei Veranstaltungen abgesichert werden.

Die bislang fehlenden sanitären Anlagen für Besucher und ein barrierefreies WC befinden sich ebenfalls in dem neuen Gebäude. Der Baukörper genügt auch den heutigen energetischen Standards. Die Fußbodenheizung und zentrale Warmwasserbereitung erfolgt auf Gasbasis und wird von einer auf dem Dach befindlichen Solaranlage unterstützt. Der eingeschossige Baukörper wurde in Massivbauweise errichtet.

Wenn auch die Schlussrechnungen der einzelnen Firmen noch nicht vollständig vorliegen, so kann doch abschließend zusammengefasst werden, dass die Stadt Parchim mit dem Bau dieses Funktionsgebäudes eine nicht unerhebliche Bausumme von mehr als 800 T€ investiert hat. Die Baukosten (inklusive Nebenkosten) werden dabei die veranschlagten Haushaltsmittel nicht voll beanspruchen und voraussichtlich ca. 835 T€ betragen.

Mit der Gebäudeübergabe werden sich die Rahmenbedingungen für einen attraktiven und aktiven Schulsport in der Stadt Parchim für mehr als 1.200 Schülerinnen und Schüler sowie für den Trainings- und Wettkampfbetrieb für die Mitglieder und Mannschaften städtischer Sportvereine in allen Altersklassen deutlich verbessern. Die gesamte Sportanlage erhält mit dem neuen Funktionsgebäude eine sichtliche Aufwertung und der Sportplatz wird dadurch mit Sicherheit eine weitere Belebung und intensive Nutzung erfahren.

„Sport frei!“