Die Form der Beisetzung

Die Form der Bestattung richtet sich in erster Linie nach dem Willen des Verstorbenen. Hat der Verstorbene Wünsche in dieser Hinsicht geäußert, so vertraut er in der Regel darauf, dass seine Angehörigen seinen Willen erfüllen werden. Rechtlich bindend sind jedoch getroffene Äußerungen nur dann, wenn sie als formgerechter letzter Wille verfasst wurden. Liegt keine Willenserklärung des Verstorbenen vor, so sind nach dem Gesetz der Ehegatte bzw. der nächste Angehörige berechtigt, über Art und Ort der Bestattung zu entscheiden. Für die Erdbestattung als traditionelle Bestattungsform bedarf es in der Regel keiner besonderen Willenserklärung.

Eine Feuerbestattung ist möglich, wenn sie im Sinne des Verstorbenen ist. Dazu sollte eine schriftliche Erklärung vorliegen. Fehlt diese Erklärung, können die Angehörigen bestätigen, dass die Feuerbestattung dem Willen des Ver­storbenen entspricht.

Grundlage für alle Angelegenheiten des Parchimer Friedshofs, ist die jeweils gültige Friedhofssatzung der Stadt Parchim. Für die Benutzung der Friedhofseinrichtungen gilt die entsprechende Friedhofsgebührensatzung.

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>>> zur Friedhofsgebührensatzung

Kriegsgräberstätten

In den zwanziger Jahren wurde der Neue Friedhof auf dem Eichberg im Osten der Stadt angelegt. Seine Anlage galt als mustergültig, musste aber schon mehrmals erweitert werden. Hier befinden sich Gedenkstätten für die Opfer des Ersten und Zweiten Weltkrieges sowie Grabsteine des früheren jüdischen Friedhofes.

Sowjetischer Ehrenfriedhof | Nach Kriegsende 1945 angelegt, wurde 1949 das Denkmal (Obelisk) aufgestellt. 196 Verstorbene Zivilpersonen und Militärangehörige der damaligen Sowjetunion wurden hier beigesetzt, davon sind 80 namentlich bekannt. Ca. 1970 gab es erste Pläne zur Neugestaltung der Anlage. Der erste Entwurf wurde jedoch von der sowjetischen Militärkommandantur abgelehnt. In den Jahren 1978/79 wurde die Anlage umgestaltet und am 8. Mai 1980 übergeben. Bei dieser Umgestaltung wurden u.a. alle Grabsteine erneuert. In den Jahren 1996/97 sowie 2008 erfolgte jeweils eine Teilsanierung aus Mitteln des Bundes. 1999/2000 wurde die Sanierung des Obelisken durch die Stadt Parchim finanziert.

VnN Gedenkstätte | Hier wurden 1945 41 Verstorbene, vor allem KZ-Häftlinge des Todesmarsches aus dem Raum Parchim, beigesetzt. 1946 wird das Gräberfeld als Gedenkstätte für Verfolgte vom Nationalsozialismus angelegt und 1975 umgestaltet. Diese Anlage ist gleichzeitig Kriegsgräber- und Gedenkstätte.

Zivile Kriegsopfer | Nach der Erfassung der Kriegsgräber Anfang der 90iger Jahre entstand 1996/97 eine Anlage für die zivilen Kriegsopfer nach den Plänen des Landschaftsarchitekten Reinhard Dietze. Hier wurden insgesamt 301 Verstorbene beigesetzt, vorallem Flüchtlinge aus Pommern und Ostpreußen, die in den Jahren 1945 bis 1950 an den Folgen des Krieges verstorben sind. 

Deutsche Soldaten | 1945 wurde auf dem Friedhof Parchim ein sogenanntes Kameradengrab angelegt. Auf Grundlage eines Ministerratsbeschlusses der DDR wurde dieses Kameradengrab 1975/76 für alle Kriegsopfer, die auf dem Friedhof bestattet waren, umgestaltet. Im Jahre 1996/97 wurde es teilsaniert und als Kriegsgräberstätte gemäß Gräbergesetz kenntlich gemacht. Alle Namen, der noch vorhandenen insgesamt 94 (26 Unbekannte) Gräber, wurden auf 3 Bronzetafeln festgehalten.

Gedenkstätten

Jüdische Gedenkstätte | 1969/70 wurde die Jüdische Gedenkstätte mit Zustimmung der jüdischen Landesgemeinde Mecklenburg errichtet und am 01.09.1970 eingeweiht. Planer war der Gartenarchitekt Alfred Niendorf aus Ludwigslust. Den Gedenkstein gestaltete der Steinmetzmeister C. Diebermann. In diese Gedenkstätte wurden verbliebene Gebeine und Grabmale des ehemals am Westufer des Wockersees vorhandenen jüdischen Friedhofs überführt, der von den Nationalsozialisten weitgehend zerstört worden war.

VnN Gedenkstätte | siehe Kriegsgräberstätten

Ehrenmal außerhalb des Friedhofes | Das Ehrenmal für die gefallenen Parchimer wurde am 28.06.1931 nach Entwürfen des Parchimer Architekten Werner Cords-Parchim eingeweiht. Das Ehrenmal wurde durch Spenden Parchimer Bürger und Vereine finanziert und am Standort des ehemaligen Pulverturmes errichtet. Die gärtnerische Gestaltung erfolgte durch den Friedhofsverwalter Sommer. Nach 1945 wurde dann der Schriftzug „1939  DIE TOTEN MAHNEN 1945“ dazu gefügt.

Grabstätte Werner Cords-Parchim | Werner Cords 1886-1954, Parchimer Architekt und Dozent an der TU Dresden, entwarf neben dem Friedhofsverwaltergebäude und der Kapellenanlage auch die Friedhofsanlage selbst. Ihm zu Ehren wurde die Grabstätte seiner Familie unter Schutz gestellt.