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22.04.2020

Frühjahrsaufforstung beendet

Baumpflanzungen-Stadtforst
Die Frühjahrsaufforstung im Stadtwald konnte kürzlich abgeschlossen werden. Gepflanzt wurden vor allem Kiefern. © Stadt Parchim

Parchim. Die Trockenheit der vergangenen zwei Jahre hat im Stadtwald für Dürreschäden und das Auftreten von Schädlingen, vor allem Borkenkäfern, gesorgt. Der Einschlag war in der zurückliegenden Saison (Oktober bis März) darauf ausgerichtet, vorrangig geschädigte Bäume zu nutzen. „Das Schadholz im Stadtforst konnte nahezu vollständig aufgearbeitet und vermarktet werden. Die Einschlagsarbeiten sind abgeschlossen“, informiert Oberförster Danilo Klaus. Zum Teil befindet sich noch eingeschlagenes Holz in den Beständen, das noch gerückt (abtransportiert) werden muss. „Der Holzverkauf läuft bisweilen, ist jedoch durch die Einschränkung der persönlichen Kontakte zu den Kunden denkbar schwieriger geworden. Das bereits verkaufte Holz wird in dieser Saison erfreulicherweise sehr schnell abgefahren.“

Durch die Niederschläge im ersten Quartal haben allerdings Rückeschneisen (schlecht befahrbare Fahrwege) und Wege stark gelitten. An vielen Stellen haben die Forstmaschinen im aufgeweichten Untergrund unübersehbare Spuren hinterlassen. „Aktuell, nachdem alles wieder etwas abgetrocknet ist, haben wir mit der Instandsetzung begonnen“, führt Danilo Klaus weiter aus. „Vielerorts sind aber noch Reisig und Resthölzer von den Wegen zu räumen, bevor wir sie mit Technik wieder in Form bringen können. Hier wartet noch viel Arbeit auf uns.“

In den vergangenen Wochen bündelten die Forstleute vor allem Kräfte bei der Frühjahrsaufforstung. Geplant waren viele Pflanzaktionen mit Schulklassen und zahlreichen freiwilligen Helfern. Durch die Schließungen der Einrichtungen mussten alle Veranstaltungen ausfallen, sodass die Forstwirte (die Stadtforstverwaltung verfügt über vier eigene Waldarbeiter) plötzlich allein dastanden. Hilfe kam aber von den Auszubildenden der Stadt Parchim, die kurzzeitig unterstützten sowie den Bundesfreiwilligendienstleistenden (Bufdis) aus dem „Haus der Jugend“. „Rund 80.000 junge Bäume, vor allem Kiefern, sollten in diesem Frühjahr in den Boden. Die jungen Leute haben uns mit bemerkenswerter Freude und großer Motivation bei der Pflanzung geholfen. Mit ihrer Hilfe konnte das Geplante auch geschafft werden“, kann der Oberförster rückblickend zufrieden feststellen.

Aber angesichts der gegenwärtigen Trockenheit herrscht auch etwas Anspannung im Stadtforst. Wann regnet es endlich und wie hoch werden die Niederschläge sein? Werden die Aufforstungen gelingen? Kann der Wald sich nach den Extremjahren wieder erholen oder erwartet ihn eine weitere Dürreperiode? Werden sich späte Folgeschäden durch den Wassermangel an den alten Bäumen zeigen? Werden ein zeitiges Frühjahr und ein heißer Sommer die Entwicklung von Schädlingen begünstigen? Besonderes Augenmerk gilt auch weiterhin trockenen oder geschädigten Bäumen an öffentlichen Straßen. „Hier müssen wir für die Gewährleistung der Verkehrssicherheit sorgen und haben durch die Auswirkungen der Trockenheit deutlich höhere Aufwendungen als in den Vorjahren“, so Danilo Klaus.

„Auf dem Forsthof selbst ist es unterdessen ungewohnt ruhig. Die Waldkita ist geschlossen, die Waldschule hat keine Besucher“, zeigen sich die Forstmitarbeiter/innen fast schon ein wenig wehmütig. Das hat mit der Aufhebung der durch das Coronavirus bedingten Auflagen jedoch hoffentlich bald ein Ende.